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| Joja Wendt im Interview mit Claus Riepe | |
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Seine Karriere ist atemberaubend, er spielt ausgedehnte Konzerttourneen auf der ganzen Welt, und Steinway zählt ihn zu den 10 besten Pianisten der Welt. Joja Wendt ist ein Phänomen am Flügel. Seine Auftritte sprengen wohltuend das verstaubte Ambiente strenger klassischer Klavierkonzerte. Hier gibt es exzellente Musik von einem der Größten seines Faches, der sich nicht zu schade ist, auch mal scheinbar abgedroschene Titel wie „El Cumbanchero“ oder die „Schwarzwaldfahrt“ zu spielen, dies aber auf einem derart hohen musikalischen Niveau, dass diese Klassiker wieder absolut neu und aufregend erklingen und den Nerv der begeisterten Fans erreichen. |
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Neben der erstklassig dargebotenen Musik zeichnet aber noch ein ganz
entscheidender Punkt den Künstler Joja Wendt aus: Seine Konzerte sind
sowohl Musikgenuss wie auch Entertainment, ja musikalische Events der
Sonderklasse. Der Spaßfaktor für das Publikum hat einen hohen Stellenwert
in der Konzeption Wendtscher Konzerte und Auftritte. Ständig ist der
Künstler im Dialog mit den Zuhörern. Sein enormer Spiel- und Gestenwitz
sorgen für fröhliche Kurzweil, die schon wenige Minuten nach Konzertbeginn
auf das Publikum überspringen. Da tanzt der Pianist dann auch mal mit dem
ausgewachsenen Steinway Konzertflügel mit Hilfe einer eigens dafür
angebrachten Pneumatik um die Wette oder zwängt sich für einige Titel -
auf dem Boden sitzend - unter den ebenfalls in einer Spezialanfertigung
einmalig für ihn von Steinway gebauten Mini-Flügel. Und wen wunderts, wenn
da auch mal eine Spaßkanone wie Komiker-Urgestein Otto Waalkes einen Titel
Joja Wendts im Konzert begleitet. Mit Otto verbindet Joja schon seit
längerer Zeit eine enge Freundschaft, die ihren Ausdruck u.a. in der
Verpflichtung Joja Wendts zum Komponieren und Einspielen der Filmmusik für
die 7-Zwerge Filme des ostfriesischen Blödelbarden fand. Auch der zweite
Film, der im Herbst in die Kinos kommt, trägt wieder die musikalische
Handschrift Joja Wendts. Aber auch andere berühmte Kollegen kreuzten bereits Joja Wendts musikalischen Weg. So stand der bereits mit Größen wie Chuck Berry und Jerry Lee Lewis auf der Bühne oder bestritt das Vorprogramm bei Joe Cocker oder Fats Domino. Geboren wurde Joja Wendt am 31.Juli 1964 in Hamburg. Bereits mit vier Jahren begann er mit dem Klavierspiel. Schon früh erwachte sein Interesse am Jazz und der Kunst des Improvi-sierens. Nach dem Abi jammte sich Joja Wendt durch die Hamburger Blues- und Boogie Szene. Und so trifft man das junge Talent regelmäßig bei Gigs im berühmten Hamburger Sperl Club, dem Szenetreffpunkt sowohl für die „Senior“-Spieler als auch die jungen Talente. Von 1989 bis 1995 studierte Joja Wendt das Klavierspiel am Konservatorium in Hilversum sowie der renommierten Manhattan School of Music in New York. Dann ging es Schlag auf Schlag. Es folgten die ersten, überaus erfolgreichen CD-Produktionen, auf denen Joja Wendt nicht nur als Interpret bekannter Jazz-Standards sondern auch immer mehr als Komponist in Erscheinung trat. Es folgten überaus erfolgreiche Auftritte, nicht nur in seiner Heimatstadt Hamburg, wie z. B. in der ausverkauften Musikhalle, sondern immer häufiger auch in Europa und auf der ganzen Welt. Joja Wendt war nun Dauergast auf den bekanntesten und renommiertesten Festivals, wie den Jazzfestivals von Montreux und Paris oder auch im „Green Dolphin Club“ in der südafrikanischen Metropole Kapstadt. Heute führen die Konzerttourneen und Engagements Joja Wendt um die ganze Welt, egal ob Europa, Amerika oder Asien, wo er bereits überaus erfolgreiche Tourneen absolvierte. Seiner Heimatstadt Hamburg ist Joja Wendt immer treu geblieben und wohnt heute mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Stadteil Klein-Flottbek. OKEY traf Joja Wendt im Rahmen seiner aktuell andauernden Solotournee durch einige kleinere Städte Deutschlands und konnte ihn zu seiner Karriere und seinen weiteren musikalischen Plänen befragen: Claus Riepe (CR): Woher kam das Interesse an der Musik? Hatten Sie ein musikalisches Elternhaus? Joja Wendt (JW): Ja, mit der Musik wurde ich von Kindesbeinen an konfrontiert. Meine Mutter war selbst Musikerin und Sängerin und so stand bei uns zuhause immer ein Klavier. Ich habe dann in ganz jungen Jahren mit dem Spielen und der Ausbildung am Instrument begonnen. Mit 12, 13 gab es dann nochmals eine Zeit, in der das Klavier etwas links liegen blieb, bis es mich dann zur Zeit des Abis so richtig erwischte. Es folgten das Studium und die weitere Ausbildung. Bis etwa zu meinem 30. Lebensjahr habe ich dann nur noch Klavier geübt. CR: Ein Klavierstudium ist ja wie meist auch der Unterricht an diesem Instrument vorrangig klassisch ausgerichtet. Wenn man ihre Konzerte und CDs hört, spielt die Klassik aber eher eine untergeordnete Rolle. Wie haben Sie den Weg zum Jazz und zur Unterhaltungsmusik gefunden? JW: Ich habe natürlich im Rahmen des Studiums auch eine klassische Ausbildung genossen, aber darüber hinaus habe ich immer schon das gespielt, was mir Spaß machte, egal aus welcher musikalischen Schublade die Titel gerade kamen. Dazu kam von Anfang an meine Begeisterung für den Jazz. Ich habe natürlich auch die klassischen Kollegen gehört und bewundert, aber diese Richtung allein wäre mir zuwenig gewesen. CR: Steinway zählt Sie zu den zehn besten Pianisten der Welt. Hat man da dennoch Vorbilder, außer den neun anderen? JW: So etwa ist natürlich immer relativ. Es gibt so viele fantastische Pianisten. Mein Vorteil ist vielleicht, dass ich ein Unterhaltungsmusiker bin, mich also auf einem musikalischen Terrain bewege, das von den meisten anderen klassisch ausgebildeten und studierten Pianisten nicht so sehr bedient wird. Mein größtes Vorbild ist hier sicher Viktor Borgelt, der nicht nur ein hervorragender klassischer Pianist, sondern darüber hinaus ein begnadeter Entertainer war. CR: Viele Unterhaltungsmusiker haben ja das Problem, in den „klassischen“ Kreisen nicht unbedingt ernst genommen zu werden. Wird man von diesen strengen Kollegen eigentlich „schief“ angeschaut, wenn man sich nach einer klassischen Klavierausbildung vorrangig der Unterhaltungsmusik verschreibt und damit Karriere macht? JW: Man wird erst dann schief angesehen, wenn man damit auch noch Erfolg hat. Solange man das einfach so macht, ohne großes Aufsehen zu erzielen, wird das akzeptiert. Aber wenn man dann auf einmal losgeht und man vielleicht sogar mehr zu tun hat, dann kommt hier und da schon mal Argwohn auf. Hier muss man aber auch deutlich unterscheiden. Ich habe glücklicherweise die Erfahrung gemacht, dass diejenigen, die das, was ich mache musikalisch durchdringen und verstehen, sehr viel Anerkennung dafür zollen. Sie wissen, da ist einer, der kann auch recht ordentlich Klavier spielen. CR: Hat man auch regelmäßige Kontakte mit Kollegen? JW: Ja, klar. Natürlich bin ich in der Hamburger Szene zuhause und kenne dort alle Leute recht gut. Aber auch zu Kollegen, wie etwa einem Paul Kuhn, habe ich einen guten Draht. CR: In Ihren Konzerten nimmt das Entertainment einen wichtigen Stellenwert ein. Es gibt immer wieder Gags, kleine Sketche und das aktive Einbinden des Publikums. Verstehen Sie sich in erster Linie als Pianist oder eher als Entertainer? JW: Entertainer trifft es eigentlich am wenigsten. Das ist m. E. auch eine falsche Herangehensweise. Das wichtigste ist der Inhalt der Musik. Alles andere kann man dann herumbauen. Im Grunde mache ich ja nichts anderes, als Hintergrundgeschichten zu meinen Stücken zu erzählen. Dabei folge ich einfach meinem Naturell. Ich bin ein fröhlicher Mensch und so verpacke ich diese Geschichten auch gern humorvoll. In erster Linie bin ich aber Pianist und auch Komponist. Dies liegt auch nah beieinander, wenn man als Pianist auch improvisatorisch tätig ist. Wenn man nur Stücke interpretiert, wird man dies nicht erreichen. Die Improvisation ist ein wichtiger Schlüssel zum erfolgreichen Komponisten. Das war früher bei den klassischen Komponisten auch so. Musiker wie Bach, Mozart oder Beethoven waren hervorragende Improvisatoren, die sich in der Musik sehr gut auskannten und spielerisch, ja „schlafwandlerisch“ durch die Harmonien und Tonarten wandern konnten. Es gibt da eine ganz lustige Geschichte von George Gershwin und seiner berühmten „Rhapsody in Blue“: Gershwin hat die markante Kadenz in dem Stück zunächst immer frei improvisiert. Eines Tages stand er vor einem besonders wichtigen Auftritt und war derart nervös, dass er sich, um beim Auftritt sicher zu sein, die Kadenz dann erstmals notiert hat. Seit dem spielen alle Pianisten dieser Welt diese Kadenz in dieser damals von Gershwin eigentlich mehr zufällig so notierten Version. CR: Wie viel Stunden übt ein Pianist Ihrer Klasse täglich? JW: Irgendwie ist das bei mir ähnlich wie bei einem Boxer verlaufen: Man entdeckt sein Talent „auf der Straße“. Ich habe früher durchaus auch Straßenmusik gemacht, dann kämpft man sich an die Spitze, das waren bei mir die Jahre des Studiums und der Ausbildung, und heute bereite ich mich natürlich konsequent auf die Tourneen und Konzerte vor, so wie ein Boxer sich auf seinen großen Kampf vorbereitet. Ich brauche nicht mehr täglich am Klavier zu üben, dafür wäre auf Grund der vielen anderen Projekte, wie Filmmusiken und sonstiges, auch gar keine Zeit. CR: Wir treffen uns hier heute in Werl im Rahmen der aktuellen Solotournee, auf der Sie sich - quasi Joja zum Anfassen – allein mit dem Flügel in kleineren Städten präsentieren. Gibt es schon Pläne für eine nächste große Tournee? JW: Oh ja! Wir planen gerade eine Tournee unter dem Motto „Mit 88 Tasten um die Welt“. 88 Tasten hat das Klavier und so wird die Tournee auch 88 Konzerte umfassen, und die eben rund um die Welt verteilt. Das ist dann schon ein ziemliches Mammutprojekt. Hier werde ich dann auch wieder von meiner Band begleitet. CR: Sie haben bereits mit vielen weltbekannten Musikern auf der Bühne gestanden. Gibt es jemanden, mit dem Sie unbedingt einmal zusammen arbeiten möchten? JW: Ich habe mir in dieser Beziehung schon viele Wunschträume erfüllt. So durfte ich mit Joe Cocker, Chuck Barry und Fats Domino spielen, oder auch mit Hazy Osterwald, den ich sehr bewundere. Aber auch mein gemeinsamer Auftritt mit der Gruppe „Pur“ vor 70.000 Leuten im Stadion auf Schalke war natürlich ein ganz besonderes Erlebnis. Ich habe also da schon einige bedeutende Kollegen treffen und mit ihnen zusammen spielen dürfen. Es gibt da aber durchaus noch ein paar besondere Orte, die mich reizen würden dort zu spielen. Dazu gehört z.B. die Semper-Oper in Dresden, in der ich gern einmal ein Gastspiel geben würde. Ein zweiter Traum, der sich wahrscheinlich im nächsten Jahr sogar erfüllen wird, ist ein Auftritt in der legendären Carnegie Hall in New York. Die Steinway Hall durfte ich dieses Jahr schon für ein Konzert besuchen. Carnegie ist dann wie gesagt 2007 dran. CR: Sie spielen auf Instrumenten der legendären Firma Steinway. Gibt es mit dem Hause Steinway einen festen Vertrag oder sind Sie einfach überzeugt von diesen Instrumenten? JW: Von diesem Produkt kann man nur überzeugt sein, oder? Viel wichtiger finde ich in meinem Fall aber, dass der Hersteller dieses tollen Produktes vor allem vom Pianisten, also in diesem Fall von mir überzeugt ist. Wenn die Zusammenarbeit auf gegenseitiger Überzeugung voneinander basiert, braucht es eigentlich keine weiteren Regularien. CR: Kommen wir einmal auf Ihre Filmmusik-Projekte zu sprechen. Sie haben die Filmmusik für den ersten „7 Zwerge“ Film von Otto Waalkes gemacht, der zweite kommt ebenfalls mit Ihrer Musik am 26. Oktober in die Kinos. Wie geht man ein solches Projekt an? JW: Zunächst macht man sich strukturelle Gedanken. Dann kommt der Tag, an dem für mich als Musiker die eigentliche Arbeit beginnt. Man nennt das „Picture Lock“, das bedeutet, dass an dem vorliegenden Filmschnitt nichts mehr verändert wird. Dann beginnt man, sich die Leitmotive zu überlegen, die charakterisierenden Instrumente für die einzelnen Figuren, Stimmungen und Handlungsstränge auszuwählen und zu arrangieren. CR: Sie arrangieren auch für die übrigen Instrumente alles selbst? Spielen Sie neben dem Klavier auch weitere Instrumente? JW: Ich arrangiere alles selbst, ja. Aber weitere Instrumente neben dem Klavier spiele ich nicht. Das Klavier und genauso die Orgel haben ja einen großen Vorteil: man spielt neben der Melodie auch gleich noch die Harmoni-sierung und den Rhythmus selbst. Ich weiß noch aus meiner Studienzeit, dass die Kollegen, die Soloinstrumente, wie Saxophon oder Flöte oder auch Gesang studierten, nebenbei noch das Klavier als zweites Instrument lernen mussten. Die Pianisten brauchten dagegen kein weiteres Instrument zu erlernen. CR: Haben Sie ein eigenes Studio für die Vorbereitung solcher Filmmusiken oder auch Ihrer CDs als Pianist? JW: Ja, und dies ist auch auf dem neuesten technischen Stand. Das muss so sein, da man gerade bei aufwändigen Filmmusikprojekten absolut synchron zu den großen Studios, mit denen man zusammenarbeitet, sein muss. CR: Wo holen Sie sich Ihre musikalischen Inspirationen? JW: Ich höre natürlich auch sehr viel klassische Musik und hole mir dort Ideen, die dann in meine Titel einfließen. Für die Filmmusik habe ich mich darüber hinaus viel mit den großen Komponisten in diesem Genre beschäftigt. Eines meiner großen Vorbilder ist hier sicher John Williams, der ja beispielsweise mit seinen Soundtracks zu den Star Wars-Filmen, Jäger des verlorenen Schatzes und vielen anderen Klassikern berühmt geworden ist. Er hat eine Gabe, musikalisch immer genau den Punkt und die notwendige Atmosphäre zu treffen. CR: Ende dieses Jahres steht für Sie noch ein ganz besonderes Projekt an: Sie gehen im Rahmen der Konzertreihe „Strangers in the Night – The music of Bert Kaempfert“ mit vielen Musikern aus der früheren Kaempfert Band auf Tournee. Mögen Sie diese Musik auch persönlich? JW: Es gab schon immer Musiker, die gerade hierzulande sehr unterschätzt wurden. Bert Kaempfert hat als Musiker Fantastisches geleistet und nicht umsonst ist er weltweit so erfolgreich geworden. Viele seiner Titel haben Weltruhm erreicht. Als ich angesprochen wurde, an diesem Projekt teilzunehmen, habe ich sofort zugesagt. Ich freue mich schon sehr darauf, an diesen Konzerten beteiligt zu sein und die Musik Bert Kaempferts zusammen mit der HR-Bigband und so tollen Solisten, wie Jiggs Whigham, Ack van Rooyen und natürlich Ladi Geisler, der mit seinem Bassspiel ja in besonderem Maße am besonderen Kaempfert-Sound beteiligt war, auf die Bühne bringen zu können. Alle diese Kollegen haben ja damals selbst in der Originalband mitgespielt. Außerdem sind weitere tolle Musiker wie die Berlin Voices oder auch Sylvia Vrethammar dabei, die ebenfalls bereits mit Bert Kaempfert selbst gearbeitet hat. Das ist für mich eine große Ehre. CR: OKEY beschäftigt sich ja in erster Linie mit elektronischen Instrumenten wie E-Orgeln, Keyboards und Digital-Pianos. Arbeiten Sie auch mit digitalen Instrumenten? JW: Ich habe ja heute Abend auch ein kleines Digital-Piano dabei, meinen kleinen Mini-Flügel. Also, auf der Bühne oder auch bei der Filmmusik lege ich schon Wert auf die „echten“, sprich die Naturinstrumente. Diese bieten immer noch mehr Wärme, mehr Obertöne usw. Im Studio und bei der Arrangierarbeit benutze ich aber natürlich auch elektronische Instrumente bzw. Sample-Libraries. In der endgültigen Version bei großen Scores kommen dann aber vorrangig wieder echte Orchesterinstrumente zum Einsatz. Hier und da wird der Klang etwa bei solchen Filmmusikproduktio-nen aber auch elektronisch „angedickt“, d.h. im Studio werden dem echten Orchester noch ein paar elektronische „Kollegen“ zugemischt, um einen breiteren Sound zu erlangen. CR: Kannten Sie Otto Waalkes schon von früher oder wie kam es zu der Zusammenarbeit bei den „7 Zwerge“ Filmen? JW: Zwar kannten wir uns schon, da wir uns ja beide u.a. in der Hamburger Szene bewegten. Die konkrete Zusammenarbeit für diese Filmmusiken geht aber eigentlich auf André Rieu zurück, bei dem wir uns im Rahmen einer Silvester-Gala trafen. Wir saßen dann später so zusammen mit André und hier sprach mich Otto dann auf das Filmprojekt an und fragte, ob ich nicht die Musik machen wolle. So kamen wir dann zusammen. CR: Hatten Sie schon Berührung mit der Hammond-Orgel? Mögen Sie dieses Instrument? JW: Das ist ganz interessant: die erste Band, mit der ich international unterwegs war, hieß Johnny and the Hurricanes. Da war auch immer eine B-3 mit dabei. Darauf musste ich dann immer den „Red River Rock“ spielen. So habe ich in dieser Band damals schon Orgel gespielt. CR: Was hat es genau mit dem Mini-Flügel auf sich, den Sie in Ihren Konzerten einsetzen? Ist der spielbar? JW: Ja, der ist spielbar, allerdings mit einer elektronischen Tonerzeugung. Steinway hat diesen kleinen Flügel speziell für mich gebaut. Die Idee entstammt eigentlich aus der früheren Tournee „Man müsste Klavier spielen können“, es ist einfach ein netter Gag. CR: Sie scheinen ein Freund auch von spektakulären Auftritten zu sein? Auf Ihrer Internetseite www.jojawendt.de sieht man Fotos von einem Auftritt in Österreich, bei dem Sie mitsamt dem Flügel unter einen Heißluftballon gebunden wurden und dann in luftiger Höhe gespielt haben. Wie fühlt man sich da? JW: Ja, das war schon eine spannende Erfahrung. Ich hing so etwa 200 Meter hoch in der Luft und habe auch lieber nicht nach unten geschaut. Wir sind aber über einen See geflogen, sodass ich im Falle eines Falles im Wasser gelandet wäre – ich hoffe mal vor dem Flügel. CR: Sie haben zwei Kinder. Sind die auch schon musikalisch? JW: Die sind vier und sechs Jahre alt. Im Moment kann man das noch nicht absehen. CR: Dann warten wir mal ab, ob einer von beiden in die Fußstapfen des Vaters steigt. Welche Musik hört Joja Wendt, wenn er es sich einmal zuhause gemütlich machen kann? JW: Ich bin ein großer Jazzliebhaber und so ist das die Musik die den breitesten Anteil in meinem CD-Regal einnimmt. CR: Und womit beschäftigen Sie sich in der sicher nicht besonders üppig bemessenen Freizeit? JW: Ich bin sportlich recht aktiv und bin vor kurzem gerade den Blankeneser Halbmarathon mitgelaufen. Danach war ich aber ziemlich fertig. Ich spiele auch leidenschaftlich gern Tischtennis. Das ist übrigens ein recht guter Sport für Pianisten, da die Verletzungsgefahr doch recht gering ist. CR: Herr Wendt, ich danke Ihnen für dieses ausführliche Gespräch und wünsche Ihnen für das heutige Konzert und Ihre weitere Karriere alles Gute und viel Erfolg! |
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