HK Audio POLAR 12 MK2 im OKEY-Test
Der deutsche Hersteller HK Audio mischt mit seinen POLAR-Systemen bereits seit Jahren erfolgreich im Markt der portablen Säulen-PAs mit. Jetzt schickt HK die neue POLAR MK2 Generation ins Rennen um die Käufergunst. Hier gibt es den vollständigen Testbericht von Claus Riepe zum größeren Modell, der POLAR 12 MK2 aus der OKEY Ausgabe 187 (November/Dezember 2025).
Die neue POLAR-Generation von HK Audio gibt es in zwei Größen, wobei die Modellbezeichnungen jeweils schon Auskunft über die Größe des verbauten Subwoofers geben. Die POLAR 10 MK2 kommt mit einem 10‘‘ Bass, in der POLAR 12 MK2 arbeitet ein 12‘‘ Chassis, womit ein noch tiefer hinab reichendes Bassfundament erreicht werden soll. Letztere standen uns auch für den Test zur Verfügung. Preislich bewegen sich die beiden POLAR MK2 Modelle in einem moderaten Segment für solche Säulen-PAs. Die Straßenpreise für die 10‘‘ Variante liegen knapp unter, die für die 12‘‘ Variante knapp über 1.000,- Euro.
Jedes POLAR MK2 System besteht aus drei Komponenten, dem Subwoofer mit der Leistungs- und Mixer-Elektronik, dem „Spacer“ (Distanzstück der Mittel-Hochtonsäule ohne Lautsprecher) und dem eigentlichen Mittel-Hochton-Teil. Dieses kann auch ohne das Spacer-Modul direkt in den Subwoofer gesteckt und betrieben werden, z.B. wenn die POLAR MK2 auf einer Bühne oder einem Tisch steht und eine sitzende Zuhörerschaft zu beschallen ist. Die neuen Steckverbindungen zwischen den Säulenmodulen bzw. oben auf dem Subwoofer sind äußerst stabil ausgelegt, drei Metallzapfen sorgen jeweils für eine sichere und solide Verbindung der Module. Dazu kommt mittig der ebenfalls metallene Kontaktstift, über den die Signale geführt werden. Die Säulenmodule selbst bestehen aus Alu, die Frontseiten sind mit Lochgittern geschützt. Das Zusammensetzen der Säule bzw. auch das wieder Zerlegen klappt völlig problemlos, das macht alles einen guten und langlebigen Eindruck.
Das Mittel-Hochtonmodul ist mit sechs 3‘‘ Mitteltönern und einem 1‘‘ Hochtöner (Kompressionstreiber) bestückt. HK Audio gibt eine horizontale Abstrahlbreite von 120° an. Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen (POLAR 10 MK2) bzw. 250 Personen (POLAR 12 MK2) sollen sich laut Hersteller mit den Systemen beschallen lassen. Mit einem ergänzenden Subwoofer sogar bis 350 Personen. Zu dieser Option gleich noch mehr... Die Verstärkerleistung der POLAR MK2 gibt HK mit 2000 Watt an, das klingt schon mal nach ordentlich Reserven.
Wer seine POLAR MK2 häufig transportieren möchte/muss, der wird sich darüber freuen, dass ein Transportbag für die Säulenmodule und auch ein Überzieher für den Subwoofer gleich mit im Lieferumfang sind und nicht nochmal separat gekauft werden müssen. Das gibt schon mal einen dicken Pluspunkt! Und wo wir gerade beim Transportieren sind: Am Woofer finden wir je eine Griffmulde an der Ober- und an der Unterseite des Gehäuses, aber keine an den Seiten. Ich finde das eigentlich sehr pfiffig gelöst! Denn so kann man den Woofer mit zwei Händen waagerecht sicher vor sich hertragen. Der Vorteil: Er schlackert beim Tragen nicht vor den Knien herum. Ich fand das ganz angenehm. Dafür muss man bei engen Türen bzw. Durchgängen etwas aufpassen, die Höhe des 12‘‘ Subs beträgt rund 62 cm, die man dann in der Waagerechten vor sich herträgt.
Die POLAR MK2 verfügt über eine DSP-Steuerung und einen integrierten Mixer mit drei Mono-Eingängen und einem Stereo-Eingang. Die Eingänge 1 und 2 sind in der Empfindlichkeit umschaltbar und alternativ als Mikrofon- oder Line-Eingänge nutzbar. Für die Verwendung von Kondensator-Mikrofonen kann bei Bedarf über das Display-Menü auf den Eingängen 1 und 2 eine 48V Phantomspeisung aktiviert werden. Für diese beiden Eingänge stehen XLR-/Klinke-Kombibuchsen zur Verfügung.
Eingang 3 ist ein Instrumenten-Eingang, hier kann man also Gitarren usw. anschließen. Der Eingang 4 (Aux) ist ein Stereo-Eingang mit zwei Cinch-Anschlüssen. Hier können z.B. CD- oder MP3-Player etc. angeschlossen werden. Alternativ kann man aber die Bluetooth-Funktionalität der POLAR MK2 nutzen und z.B. Musik vom Handy oder Tablet drahtlos über die Anlage streamen. Auch diese Signale gehen über diesen Stereo-Eingang. Die POLAR MK2 unterstützt dabei den aktuellen Bluetooth Standard 5, was deutlich erweiterte Distanzen zwischen Bluetooth-Geräten ermöglicht (bis zu 40m).
Für jeden der Eingänge gibt es direkt auf dem Bedienfeld einen Volume-Regler. Außerdem einen Master-Volume-Regler und einen Regler für die Lautstärke des Subwoofers.
Die POLAR MK2 gibt es wahlweise mit 10
Bluetooth hatte ich gerade schon erwähnt. Diese drahtlose Technik findet bei der POLAR MK2 aber nicht nur zum Streamen von Audio über den Stereo-Eingang Anwendung. Die Anlage unterstützt außerdem auch die Bluetooth-gestützte TWS (True Wireless Stereo) Technik. Per TWS lassen sich zwei POLAR MK2 kabellos zu einem Stereo-Paar verbinden. Damit kann das Bluetooth-Signal kabellos auf die beiden POLAR-Systeme eines Stereo-Sets verteilt werden. Das klappte im Test hervorragend, es gibt auch keine hörbare Latenz zwischen den beiden Kanälen. Schön wäre es natürlich, dass auch mit dem analogen Stereo-Eingang (Cinch) machen zu können, aber das ist leider nicht möglich. Für die analogen Eingänge bleibt dann nur die Möglichkeit, den linken Kanal unserer Quelle (also z.B. unseres Tasteninstrumentes) an die linke und den rechten Kanal an die rechte POLAR MK2 anzuschließen.
Neben den Eingängen findet man auf dem Bedienpanel auch einen Ausgang: Über die XLR-Buchse „Mix Out“ kann das Summensignal der POLAR MK2 an einen weiteren Aktivlautsprecher, ein Mischpult, usw. weitergeleitet werden. Besonders interessant wird dieser Ausgang insbesondere, wenn man die Anlage mit einer sog. Sub Extension, also einem zusätzlichen Subwoofer für noch mehr Bassleistung betreiben möchte. Dafür empfiehlt HK Audio z.B. den Subwoofer SONAR 115 Sub D aus der eigenen SONAR-Reihe. Auf dessen Anschlusspanel finden sich gleich zwei XLR-Eingänge. So kann man im Falle eines POLAR MK2 Stereo-Sets an beiden Systemen über Mix Out das Signal abnehmen und in den SONAR-Woofer einspeisen, der dann für zusätzliche Bassgewalt sorgt. Für größere Tanzveranstaltungen mit entsprechender moderner Musik bzw. DJs auf jeden Fall eine interessante Option.
Weitere Funktionen der DSP-Steuerung erreicht man über das Display in Verbindung mit dem Master-Regler. Drückt man diesen, so kann man damit die Menüpunkte im Display anwählen und einstellen. Zunächst zeigt das Display die Eingangspegel der vier Eingänge an, außerdem auch einer bestehende Bluetooth-Verbindung.
Über das Display kann u.a. der 3-Band Master-EQ der POLAR MK2 eingestellt werden. Die Wirkfrequenz für den Mittenregler ist dabei einstellbar (parametrische Mitten).
Unabhängig vom Master-EQ gibt es noch drei Preset-Klangabstimmungen, die man anwählen kann: MUSIC (neutrale Einstellung für die meisten Live-Anwendungen bzw. die Wiedergabe von Musik), VOICE (auf die Stimmenwiedergabe optimierte Einstellung mit entsprechender Präsenzbetonung) und DJ (ordentlich „Wumms“ in den Bässen und betonte Höhen, vor allem für Dance und Elektronik-Beats).
Nicht vergessen möchte ich auch die Delay-Funktion der POLAR MK2. Wird die Säule etwa als Stützlautsprecher für eine Haupt-PA eingesetzt, um bei sehr tiefen Räumen den Schall nochmals separat in den hinteren Bereich abzustrahlen, kann mit dieser Funktion eine Verzögerung eingestellt werden, um die Laufzeitunterschiede des Signals der Haupt-PA auszugleichen. Die Einstellung ist auch keine Hexerei: Man gibt einfach den Abstand der Säule zur Haupt-PA in Metern vor, das System errechnet daraus die notwendige Verzögerungszeit für die Wiedergabe. Praktisch!
Soweit ein Überblick über die einstellbaren DSP-Parameter der POLAR MK2. Eigene DSP-Konfigurationen kann der POLAR-User in bis zu 5 Presets abspeichern und bei Bedarf wieder aufrufen. Was ich mir von HK Audio noch gewünscht hätte, wäre eine Möglichkeit, die POLAR MK2 auch per App steuern zu können. Diese Möglichkeit bieten inzwischen einige (allerdings auch etwas teurere) Säulensysteme, und es ist schon praktisch, selbst mit dem Tablet an der Hörposition zu stehen und den Equalizer sowie die Lautstärke aus dieser Position auspegeln zu können.
Jetzt aber zum Höreindruck, den die POLAR MK2 hinterlassen haben: Die Anlage kann mit einem recht neutralen und angenehm rundem Klangbild punkten. Die Höhen geben den notwendigen Glanz, ohne aber zu dick aufzutragen und das Bassfundament ist solide und dabei auch konturiert. Ich hatte jedenfalls beim Testen nie den Bedarf nach einem zusätzlichen Woofer verspürt. Selbst elektronische Synth-Beats und Drums hatten einen satten Bass. Bei sehr großen Räumen kann die Erweiterung mit einem zusätzlichen Woofer und für z.B. DJs mit entsprechendem Musikmaterial sicher eine sinnvolle Sache sein. Für den typischen Keyboard-Entertainer sehe ich da nicht so schnell Bedarf. Da dürften die POLAR Bässe souverän genug sein.
In den Mitten habe ich bei meinen Testläufen mit dem internen EQ der POLAR MK2 noch für etwas mehr Präsenz gesorgt. Das ist aber letztlich eine Geschmacksfrage. Und ohne diesen kleinen Mitten-Kick klingt sie auch noch etwas wärmer. Das muss und kann aber jeder für sich entscheiden, dafür gibt es den EQ ja schließlich.
Erstaunlich - oder auch nicht angesichts der in den technischen Daten ausgelobten 2.000 Watt Spitzenleistung): Die POLAR MK2 hat beachtliche Pegel-Reserven, bleibt aber auch dann noch angenehm im Klangbild, wenn man diese Power mal ausfährt. Ob detailreiche Akustik-Musik, zarte Gesangsstimmen oder bretternde Dance-Beats, die POLAR MK2 macht bei allen Stilrichtungen Spaß. Selbst Orchesterbesetzungen weiß sie noch ordentlich aufzubröseln, da gibt es in Sachen Klang nichts zu meckern.
Fazit
Mit der neuen MK2 Generation seiner POLAR-Säulen betreibt der deutsche Hersteller HK Audio eine gelungene Modellpflege. Mehr Leistung, mehr Klang und eine sinnvolle, auf das Wesentliche konzentrierte Funktionsausstattung sorgen für eine unkomplizierte Bedienung und tollen Sound. Die Verarbeitung und die Transportfähigkeiten dieser praktischen Anlage können ebenfalls überzeugen. In der Preisklasse um 1000,- Euro sind die beiden POLAR MK2 Versionen auf jeden Fall eine wertvolle Bereicherung. Muss man sich nur noch entscheiden, ob schwarz oder ganz in Weiß….
Das Mixerpanel der HK Audio POLAR MK2
STECKBRIEF:
Hersteller: HK Audio
Modell: POLAR 12 MK2
Art: Aktive Säulen-PA
Bestückung: Bass: 12‘‘ Konuslautsprecher, Mittel-/Hochton: 6 x 3“ Konus-Mitteltöner, 1“ Kompressions-Hochtöner
Leistung: Class-D-Endstufe, Leistung RMS: 500 Watt, Peak: 2000 Watt
Max. Schalldruck: 130 dB
Übertragungsbereich: 42 Hz – 18 kHz (-6 dB), 35 Hz – 20 kHz (-10 dB)
Abstrahlwinkel: 120° x 30°
Mixer/DSP: 3 Mono- und 1 Stereo-Eingang, Bluetooth Audiostreaming (Bluetooth 5), True Wireless Stereo für Bluetooth-Signal, 3 Filter-Presets, 5 speicherbare User Presets, Delay, LCD dimmbar, 3-Band EQ, semiparametrischer Mid-EQ
Ausführung: Subwoofer: Multiplexgehäuse mit integrierten Tragegriffen, Spacer (Distanzstück) und Mittel-/Hochtonteil: Alu-Gehäuse, Anlage in weiß oder schwarz lieferbar, Transport-Bags im Lieferumfang
Maße / Gewichte: 370 x 2136 x 478 mm, 28,5 kg
Preis (UVP): 1.089,- EUR
Internet: https://hkaudio.com/
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